Kompensatoren in haustechnischen Gebäudeinstallationen werden für die flexible Verbindung einzelner Rohrleitungen eingesetzt. Sie haben ausgleichende und dämpfende Materialeigenschaften. Die an den Rohrleitungssträngen auftretenden Kräfte oder Versatzbewegungen werden über diese abgeleitet und ausgeglichen. Kompensatoren müssen deshalb eine lange Lebensdauer sowie eine hohe Betriebssicherheit aufweisen. Im Rahmen eines Forschungsprojekts zwischen der bau msr GmbH und der HTWK Leipzig erfolgt die Untersuchung hypothetischer Degradationszustände an haustechnischen Kompensator-Installationen.
Im Rahmen des Projektes wurde ein Werkzeug entwickelt und praktisch umgesetzt, welches den Verschleißzustand eines Kompensators bestimmt. Auf Basis der erhaltenen Informationen ist es möglich, lebensverlängernde oder funktionssichernde Maßnahmen einzuleiten, bevor ein Schaden oder eine Störung eintritt. Damit ist ein sicherer und zuverlässiger Betrieb der entsprechenden haustechnischen Anlage gewährleistet. Zukünftig können zudem Folgekosten durch Anlagenstillstände oder durch Beseitigung entstandener Schäden (Wasserschäden) vermieden werden. Trotz der Vielzahl wirkender Einflussparameter auf das Degradationsverhalten des Kompensators gelang es mit Hilfe der Methodik der Fuzzy Pattern Klassifikation, eine Anwendung für den praktischen Einsatz im Anlagenumfeld zu schaffen, welche breit einsetzbar, flexibel erweiterbar und intuitiv anzuwenden ist. Die Konzeption der Entwicklung sieht vor, dass Systemdiagnosen trotz vorliegender Systemkomplexität ohne Spezialwissen vom Wartungspersonal unkompliziert durchgeführt werden können. Darüber hinaus wurde eine Basis für ein lernfähiges System geschaffen, welches eine kontinuierliche Verbesserung der Systemdiagnose sowie die Prognose in Bezug auf Präzision, Prägnanz und Qualität ermöglicht. Die gewonnenen Erkenntnisse sind prinzipiell übertragbar auf andere Applikationsbeispiele im Bereich der Zustandsüberwachung, sowohl im technischen als auch im nichttechnischen Bereich.




